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Tag der Begegnung

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Der Tag der Begegnung entstand aus einem Urteil gegen Menschen mit Behinderung

"Schlag ins Gesicht aller behinderten Menschen"

"Dieses Urteil empfinden wir als einen Schlag ins Gesicht aller behinderten Menschen" kommentierte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) 1998 einen Kölner Gerichtsspruch in einem Verfahren gegen eine seiner Einrichtungen für behinderte Menschen im Kreis Düren. Der LVR veranstaltete noch im selben Jahr den ersten „Tag der Begegnung".

Geklagt hatte der Nachbar einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung. Er fühlte sich durch die unartikulierten Schreie und Rufe der sieben behinderten Männer belästigt und forderte die Schließung der Wohngruppe. Das Oberlandesgericht in Köln gab der Klage in Teilen statt.

Das Landgericht Aachen hatte in der ersten Instanz nach vier Ortsterminen, davon drei nicht angekündigt, Lärmbelästigungen verneint und deshalb die Klage abgewiesen. Als der Kläger daraufhin aber vor das Oberlandesgericht Köln zog, bekam er in Teilen recht. Eine Revision gegen das Urteil ließ das OLG nicht zu

Dieses Urteil des Landesgerichtshofs Köln schlug Wellen der Empörung. „Schlag ins Gesicht behinderter Menschen", „Freiheitsentzug", „Zu Menschen zweiter Klasse gestempelt" oder „Urteil gegen Behinderte – Rückfall in die Barbarei", so oder ähnlich titelten die Medien - lokal und überregional.

„Wir sind erschüttert. Dieses Urteil empfinden wir als einen Schlag ins Gesicht aller behinderten Menschen in Deutschland und als eine Missachtung all jener, die hilfsbedürftige Mitbürger aufopferungsvoll unterstützen, betreuen und sich um Integration bemühen", so bedauerte Dr. Jürgen Wilhelm, der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, das Urteil.

Der LVR wertete das Urteil als einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes. Der Verband reichte daraufhin eine Klage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein. Die Klage hatte jedoch keinen Erfolg, die Karlsruher Richter ließen sie aus formalen Gründen nicht zu.  

Der LVR ging aber immer schon auch andere Wege, um ein harmonisches Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen zu gestalten. Der unvoreingenommene Umgang miteinander ist dafür die wichtigste Grundlage. Das Kölner Urteil hat gezeigt, dass dies nicht nur durch Broschüren, Resolutionen und Pressemitteilungen erreicht werden kann, sondern vor allem durch konkretes Handeln und Aktionen, die die Menschen wachrütteln.

Mit einer "zentralen Veranstaltung für Menschen mit und ohne Behinderung"  beschloss der LVR noch im Sommer des gleichen Jahres, "für mehr Akzeptanz und ein normales Miteinander zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen zu werben" – der Tag der Begegnung war geboren.

Ziel der Veranstaltung war und ist es, Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen und durch einen gemeinsamen Tag mit viel Programm dazu beizutragen, dass Barrieren überwunden und Vorurteile abgebaut werden können. So wird Verständnis füreinander geweckt und im Denken der Menschen etwas bewirkt.

Der LVR möchte mit dem Tag der Begegnung der Integration von Menschen mit Behinderung in ein möglichst selbst bestimmtes Leben eine breitere öffentliche Präsenz verleihen.

Heute hat sich dieses große Fest zum größten Integrationsfest von Menschen mit und ohne Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland entwickelt. Im vorigen Jahr zählte der Tag der Begegnung rund 30.000 Besucher. Als Leuchtturm der Integration ist das Fest weit über die Grenzen des Rheinlandes hinaus bekannt geworden und auch europaweit das einzige Fest seiner Art.

Seit 1998 hat der LVR das Familienfest immer im LVR-Archäologischen Park Xanten gefeiert. Im Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 fiel der Entschluss, mit dem Fest umzuziehen ins Ruhrgebiet. Nach dem riesigen Erfolg in Essen feiert der LVR sein großes Familienfest 2011 wieder in Xanten.

„Mit unserem Motto `Vielfalt der Generationen` wollen wir zeigen, was Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und mit oder ohne Behinderung gemeinsam gestalten können. Das Stichwort Inklusion berührt das Zusammenleben aller Menschen und dafür macht sich der LVR in seiner täglichen Arbeit sowie beim Tag der Begegnung stark", so LVR-Direktorin Ulrike Lubek.

Begegnung erleben – am 2. Juni 2012 im LVR-Archäologischen Park Xanten.

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